Der Autor Bert Fröbe hat das Wort:

 

5.6.2019

 

 Ein Sternentag in meinem Leben…

 
Heimkehr nach vielen Jahren in die Heimat bedeutete Ernte zu halten in der Gesamtschau meines Lebens, und es kommt mir vor, als hätte ich aus dem Keller meiner Erschöpfung die Seele hervorgeholt, die schon zu verkümmern drohte.
Berge und grüne Wälder gleiten an mir vorbei, ehe ich mein Ziel erreiche. Im Blut spüre ich so eine Art von Unruhe in mir, den lichten Tag nicht voll ausschöpfen zu können.
 
Nach drei Stunden Fahrt ist das Ziel erreicht und vor mir liegt hinter einer wundervollen Naturwiese die Grube Pöhla mit ihren weltberühmten Zinnkammern, wo ich heute meines Buch „So oft ihr in die Tiefe steigt...“ einem Publikum vorstellen möchte.
 
In Schmerzen geboren haben sich meine Gedanken ein Jahr lang tief in die Seele gebrannt, bis sie auf weisses Papier flossen und nun ihre Bewährungsprobe bestehen müssen.
 
„Werde ich es gesundheitlich durchhalten, mir diesen Traum zu erfüllen und wie werden mich die Menschen meiner Heimat empfangen?
 
Unweit vor mir stehen Musiker des Erzgebirgsensembles Aue, bereits in Bergmannstracht, und einige Kumpels dieser Grube, deren Augen sich auf mich richten.
 
Glückauf sagen Sie, mich erwartungsvoll anlächelnd. Ich erwidere diesen Gruß und dann geschah das, was man kaum beschreiben kann. In wenigen Sekunden waren wir so vertraut miteinander, als hätten wir uns gestern erst gesehen.
 
Nach einer denkwürdigen Fahrt mit der Grubenbahn ins Innere des Felsgesteins betrete ich wenig später einen liebevoll geschmückten und vorbereiten Raum in den Zinnkammern mit einer in den Fels gehauenen Bühne.
 
Mein Herz schlägt bis zum Halse als ich sehe, wie sich die Zuschauerplätze füllen und die Musiker die Bühne betreten.
Eine alte bergmännische Weise erklingt und dann beginne ich zu lesen, spüre, wie die Gedanken des Buches den Raum zu füllen beginnen.
 
Als am Ende der Veranstaltung die Bergleute der Grube vor der Bühne Aufstellung nehmen, sich die Gäste von den Plätzen erheben und alle gemeinsam zu den Klängen des Erzgebirgsensembles das Steigerlied intonieren, herrscht eine Feierlichkeit im Raum, wie ich sie nur selten erlebt habe.
 
Einen Moment lang kommt es mir so vor, dass unsere verblichenen Altvorderen, allen voran mein Großvater und der alte Schäfer Franz mit in diesen Gesang einstimmen.
 
Und ich höre mich leise sagen :
„Bitte nicht so schnell, einen Augenblick noch, möge es ganz langsam ausklingen….“
 
Bert Fröbe.
5. Juni 2019
 

 

 früher:

 

 Da lag es also vor mir, dieses leere weiße und  jungfräuliche Blatt Papier, auf das ich nun  meine Gedanken betten möchte. Voller Herausforderung sieht es mich an, aus dem einmal ein Buch werden soll, und  provoziert alle meine Sinne, den ersten Buchstaben zu fixieren. Eine unheimliche Stille legt sich um mich herum und mit geschlossenen Augen versuche ich zu ergründen, was wohl Wert wäre, das Interesse meiner Leser zu wecken.

 

   In einem Alter, das man aufgrund von langer Lebenserfahrung auch als Quell der Weisheit bezeichnen kann, beginne ich mich zu hinterfragen:

Bin ich wirklich ein „weiser“ Mann? 

Vielleicht, jetzt in angemessenem Alter. 

Früher ganz sicher nicht. 

Vielleicht jetzt, wo ich aufgrund einer schweren Krankheit dem Nirvana entgegen schreite. 

Ohne Groll, ohne Verzweiflung und Traurigkeit. 

Demutvoll, weil mich das Leben auch reich beschenkt hat in vielerlei Beziehung., vor allem aber durch das Kennenlernen vieler wertvoller Menschen.

 

Dennoch mahnt mich nun das erste ungeschrieben Blatt mit den Worten:

Wer weise ist, der schreibt nicht.

Jedenfalls keine Literatur. Oder muss zumindest nicht schreiben, denn Schreiben ist wie Atmen.

Ein Schreibender ist ein Zweifler, ein Suchender, keiner, der Antworten weiß. Diese sucht er aber wenigstens. 

In jedem Buch neu!

 

Ich öffne die Augen wieder und starre aufs Papier und denke:

Das Weiß ist das Nichts, ist die Leere, ist Alles, ist Mystik!

 

… und so entstand vielleicht kein Bestseller, der aufgrund von erfundenen Geschichten die Taschen der Verlage füllen wird, sondern ein wahres Buch über das Leben meiner Ahnen, aufgrund der Lebensgeschichte meines Großvaters , eines Bergmannes , der in die dunkle Tiefe der Erde hinab stieg,  um danach  das Göttliche des „Himmelsblau“ einzuatmen.

 

So oft ihr in die Tiefe steigt...

Aus dem Leben des Bergmannes Ernst Julius Fröbe und seiner Familie

  

Das Buch kann als signierte Erstausgabe über das Kontaktformular bestellt werden.